Das "Ich" ist eine Illusion.

3-Tage "Selbst-Erforschung" mit Sascha A. Jaksic

In den Jahren meiner Suche habe ich mich immer wieder über Wochen und Monate zur Meditation und Selbsterforschung zurückgezogen. Für mich war es unglaublich wichtig und hilfreich, den Alltag zu verlassen um mich wirklich tief und konzentriert auf meine Praxis einlassen zu können. Natürlich habe ich damals noch viele Fehler gemacht und nicht wirklich verstanden, wie es richtig geht.

 

Jetzt habe ich einen Booster gefunden. Ein Intensiv-Retreat (Freitag bis Sonntag / nur 12 Teilnehmer) welches sich vor allem auf die Praxis konzentriert. 

 

Die intensive Praxis innerhalb des verstärkenden Gruppen-Feldes macht in sehr kurzer Zeit sehr viel möglich...

Jenseits von Erleuchtung

Früher dachte ich immer, die Erleuchtung sei etwas was irgendwann, nach langen Jahren der Meditation wie ein Blitz über mich kommen würde. 

 

Und so war es auch jedes Mal in diesen überwältigenden Erleuchtungserlebnissen, wo Zeit und Raum sich zusammen mit meiner Identität und aller Begrenzung schlagartig auflösten und die göttliche Einheit und der Friede und die Wahrheit plötzlich mit der Klarheit von tausend Sonnen strahlten. Ich verschwand gänzlich, löste mich auf, und das ganze Universum wurde mein Sein und alles war von dem lebendigen Wissen durchdrungen, dass alles, ALLES, vollkommen ist, so wie es ist. 

 

Aber diese gnadenvollen Satori-Erlebnisse verblassten binnen Stunden und ließen mich jedes Mal wieder als kleinen, begrenzten Menschen zurück. Beflügelt von der leuchtenden Erinnerung und der Gewissheit ganz nah am Ziel zu sein, meditierte ich immer weiter, in der Hoffnung, dass der nächste Erleuchtungsblitz die enge Schale meines Egos vollständig zerstören möge und mich endlich mit dem letzten Erwachen in die ewige Freiheit Gottes entlassen würde. 

 

Aber so war es nicht. Die Wahrheit kam sehr leise. Erst Jahre später, nach langem, scheinbar vergeblichem Suchen und Ringen, wurde das Verstehen reif. 

 

Es ist nicht so, dass der Mensch in der Erleuchtung zu seinem wahren oder tieferen Wesen erwachen würde, sondern umgekehrt... Es gibt nur Gott, das Sein, das Absolute - nenne es wie du willst. Und dieses manifestiert sich als Universum und als Mensch. Es gibt kein göttliches, verborgenes Zentrum im Menschen, sondern das Zentrum ist Gott und der Mensch und das Universum erscheinen in IHM, als ER, durch IHN. 

 

Wenn der Mensch in der Erleuchtung die Täuschung der Getrenntheit überwindet und damit die göttliche Einheit erkennt, so ist es eigentlich Gott, der sich selbst erkennt. 

 

Ich begann also diese Reise als Mensch unter Menschen und hatte aus unerfindlichen Gründen den Wunsch, Gott oder die Wahrheit finden zu wollen. In Erleuchtungs-Erlebnissen löste ich mich als Mensch auf und fand endlich Gott, die Einheit, das Absolute, als mein wahres ewiges Sein. 

 

Wie wenn meine Augen zum ersten Mal sehen könnten, war offensichtlich, dass ICH niemals je ein Mensch gewesen war, sondern schon immer die Einheit und dass der Mensch bloß ein flüchtiger Aspekt von MIR ist. 

 

Aber immer trübte sich dieses klarste Wissen. Die Einheit die ich war, verlor sich im Hintergrund, Vergessen legte sich über alles und wieder war einzig dieser kleine Mensch. Und der Mensch sehnte sich, geblendet von der überwältigenden Wahrheit und Schönheit der göttlichen Einheit, nach ihr zurück. Und diese Sehnsucht war ein tiefer nagender Schmerz, denn als Mensch glaubte ich mich wieder verloren und fern von Gott. 

 

Erst Jahre später dämmerte das Sehen, das Verstehen, das lebendige Sein, dass ALLES Gott ist. Dass auch die egolose, erleuchtete Einheit bloß ein beliebiger Ausdruck Gottes ist. Dass alles, alles! Gott ist. So, wie es jetzt ist. Auch die Gefühle von Unwissenheit und Getrenntheit. 

 

Das ist das Wunder! Das ist das wahre Geheimnis der Erleuchtung! Zu erkennen, dass jeder Moment schon vollkommen ist. Dass auch dieser Moment schon vollkommen ist. 

 

Und heute, heute durchdringt dieses stille Sehen alles. Es ist nicht mehr wichtig, mich in irgendeiner nondualen Erleuchtung aufzulösen. Denn die Einheit ist mein wahres ewiges, allumfassendes Sein und egal in welchen Zuständen dieser Menschen sich befindet, so durchdringt die Einheit sie alle. Was kümmern mich Zustände von Einheit, wenn ich selbst doch die Einheit bin. Ich bin immer am Ziel, denn ICH selbst bin das Ziel. 

 

Und so spielt Gott durch diesen Körper mit Namen Sascha Mensch, und es ist ihm nicht mehr so wichtig, ob da ein Ego ist oder Ängste und Schwächen. Er lebt als Mensch das Abenteuer des Menschseins und genießt, leidet, lacht und kämpft mit menschlichen Problemen, so wie jeder andere auch. 

 

Ich, als Mensch, bin vollkommener Ausdruck Gottes. So wie Du. So wie alle und alles. Deshalb brauchst du nicht bis morgen warten um dein wahres Sein zu erkennen. 

 

Jetzt! Genau das, was du jetzt bist, siehst, fühlst und denkst. Das ist Gott. Suche nach IHM und dein Suchen ist Gott. Finde IHN und dein Finden ist Gott. Verpasse IHN und dein Verpassen ist Gott. 

 

Aber wenn du das unerfindliche Bedürfnis hast, die göttliche Einheit zu erfahren. Wenn du dich getrennt fühlst, von Gott oder der Einheit, dem Frieden, der Stille, dann schaue einfach ganz genau hin und sieh, so wie Kinder sehen, dass diese Erfahrung von Getrenntheit auch bloß ein göttlicher Ausdruck ist, so wie alle anderen auch. 

 

Die Getrenntheit muss nicht weggehen, sich auflösen, oder durch Einheit ersetzt werden. Durchschaue sie bloß und erkenne ihr wahres Wesen. All diese Erfahrungen - die von Ich und Du, von Getrenntheit oder Einheit, erscheinen alle in Gott, als Gott, durch Gott. 

 

Die höchste Erleuchtung, das letzte Erwachen, ist das Erkennen, dass die Getrenntheit nur eine Täuschung ist. 

 

Wenn Gott es also will, dass du glaubst, von IHM getrennt zu sein und IHN finden zu müssen, dann schaue einfach diese Erfahrung von Trennung oder Unvollständigkeit an, wie auch immer sie dir erscheint. Schaue einfach nur lange genug und die Wahrheit wird sich dir von selbst enthüllen. Denn dann schaut Gott auf sich selber. Und du wirst erkennen, dass alles schon immer vollkommen war... 

Mein Weg - ausführlich

Ich persönlich - war völlig verzweifelt.

 

Bei mir fing es mit etwa 13 Jahren an. Ich verstand die Welt und die Menschen nicht und suchte den tieferen Sinn hinter all dem was mir hier begegnete. Das Brainwashing (Erziehung/Konditionierung) meiner Kultur, meines Elternhauses und der Schule funktionierte bei mir nicht. Ich war völlig am Ende. Nur auf der Suche nach Sinn in all dem was ich sah und erlebte. Sturm und Drang.

 

Ich wurde depressiv. Ich meine richtig depressiv.

 

Mit 18 war ich soweit mich umzubringen. Ich ertrug es nicht mehr, dieses stupide und sinnlose Teilnehmen-Müssen an einer oberflächlichen, lust- und konsumorientierten Welt hat mich regelrecht zerstört. Also versuchte ich diese Welt zu verlassen. Es war unausweichlich.

 

Die unglaubliche Oberflächlichkeit und betäubte Ahnungslosigkeit meines direkten sozialen Umfeldes - und der Welt - angesichts meines privaten, völlig allein gelassenen Seins und des ebenso völlig orientierungslosen Suchens - war einfach zu viel - viel zu viel - Leid und Schmerz. 

 

Zum Glück entdeckte ich dann ZEN.

 

Zen ist eine chinesisch/japanische Spielvariante des Buddhismus. Wie auch immer. Zen war der Anfang vom Ende meiner Spirituellen Suche.

 

Der Buddhismus ist für die Gläubigen eine Religion. Aber für alle anderen ist es eigentlich eher eine Philosophie oder noch genauer - eine wissenschaftliche Erkundung der Realität.

 

Ich fing an zu meditieren. Meditierte Tage und Wochen.

 

Nach 10 Jahren hatte ich mein erstes Erlebnis von mystischer Einheit mit dem Universum (wie im Zen versprochen und voraus gesagt). Das bedeutet, dass das räumliche Erleben sich schlagartig verändert.

 

Direkt nach einer stundenlangen Versenkung (Form der Meditation) hörte ich auf zu ein Ich-Zentrum zu haben - oder zu sein.

 

Dieses Gefühl, ein Zentrum der Wahrnehmung zu sein - dieses Zentrum des Bewusstseins - dieses “Ich hier drin" sehe dich "dort drüben” - Erleben hörte schlagartig auf. Alles was “Ich” war, als begrenztes Wesen der Erfahrung war weg und wich einem Erleben der absoluten Verschmelzung mit dem Universum.

 

Ich war das, was um mich herum war. Ich war die Möbel. Die Wände. Der Boden. Und alles was um diesen Körper herum war - war ich. Bzw. zwischen mir den dem Rest der Welt - ja dem Universum, gab es keinerlei gefühlte Unterscheidung mehr.

 

Ich weiß - für jeden, der das noch nicht erlebt hat, hört sich das ziemlich verrückt an.

 

Aber Zen und alle mystischen Traditionen kennen, erwarten und suchen diesen Zustand.

 

Unio Mystica. Einheit in Gott.

 

Ich wusste, dass das passieren konnte und sollte. Ich wollte, dass es passiert. Aber als es kam war ich nicht vorbereitet. Niemand kann sich jemals vorstellen, wie es ist - Eins zu sein, mit dem Universum. Aufzuhören ein begrenztes “Ich” zu sein und plötzlich - das Wahrgenommene zu sein. Die Vase, die Kaffeemaschine, der Staubsauger...

 

Ich bin Gott. Punkt.

 

Alles was war war ich und Ich war alles. Es fühlte sich aber nicht leblos an, eine Kaffeemaschine oder ein Stuhl zu sein. Im Gegenteil - es war überwältigend. Vor allem war es unglaublich - unermesslich - sinnerfüllt.

 

Alles macht plötzlich Sinn. Es gab nur noch Sinn. Die Welt, mein Sein - war durchtränkt mit SINN!

 

Endlich hatte sich die Ahnung bestätigt. Und zwar vollständig. Es war, als hätte der Gott meiner Kindheit mir persönlich berührt. Ich wusste alles. Ich verstand alles. Und siehe - alles war gut!

 

Also - zusammengefasst: Ich hörte auf, ein begrenztes Wesen zu sein und wurde Eins mit der Welt - und umfassende Sinnhaftigkeit.

 

Als Mensch musste ich aber irgend wann schlafen. Und am nächsten Morgen war ich wieder der “alte” begrenze, sinnsuchende Mensch. Oh ja! Ich hatte von etwas unglaublichem gekostet. Ich hatte eben GOTT persönlich ins Auge geschaut. Nein! Ich WAR GOTT. Gott und ich waren EINS. Trennung und Menschsein waren nur eine lächerliche Illusion.

 

Endlich wusste ich, dass das Versprechen des Zen wahr war. Ich war kein Narr, kein esoterischer Vollidiot der einem kindlichen Glauben nachläuft. Selbst wenn Einstein mich persönlich für verrückt erklärt hätte - ich wusste. Oh ja. ich war dort. Ich habe gesehen. Ich habe persönlich erfahren, dass unsere Wahrnehmung und Vorstellung der Welt falsch ist. Begrenzt. Es gab eine höhere, umfassendere Realität - und jeder Mensch war schon immer Teil davon.

 

Aber - ich war gerade wieder rausgefallen aus dieser tieferen Realität.

 

Und daher litt ich umso mehr. Im Kontrast der direkten Erfahrung passierten zwei Dinge gleichzeitig. Ich wusste jetzt, dass Erwachen real ist (endlich!) und gerade, weil ich raus gefallen war, wollte ich umso stärker wieder zurück in die Einheit mit GOTT!

 

Die nächsten 10 Jahre lebte ich nur scheinbar in dieser Welt. Ich meditierte.

 

Oh ja, ich wollte einfach bloß wieder raus aus diesem Elend. Und ich kannte ja den Weg. Ich wusste ohne Zweifel was die Realität eigentlich ist - nur - erlebte ich es nicht.

Es war fürchterlich, grauenhaft unendlich schmerzhaft - wieder und weiter in dieser oberflächlichen Illusion gefangen zu sein. Vor allem - nachdem ich das LICHT gesehen hatte...

 

Aber so geht die Geschichte dieses Lebens. Es vergingen weitere 10 Jahre - oder mehr?! Wie auch immer ich suchte weiter. Mit dem Zen vertiefte ich mein Verständnis mit anderen Traditionen, Weisen und Mystikern wie:

 

Ramana Maharshi, Adi Shankara (Advaita Vedanta), Nisargadatta Maharaj, Meister Eckhart und viele mehr.

 

Nach einem weiteren monatelangen Meditations-Aufenthalt in Indien kam ich mit leeren Händen nach Hause.

 

Wieder mal erfolglos, desillusioniert und frustriert.

 

Ich warf mich auf die Couch und wusste nicht, was ich noch nun sollte. Ich war sooo müde des Suchens, des Meditierens. Und so lag ich und gab endlich auf.

 

Ich gab einfach vollkommen auf.

 

Ich hatte einfach nur noch die Augen offen und Sehen geschah durch diese Augen. Absichtslos. Sinnloses. Müde, müde, müde.

 

Kein Suchen mehr. Nur noch Sein.

 

Und nach ein paar Tagen des erschöpften und absichtslosen Existierens und Vegetierens im sehenden Gewahrsein der blöden Ecke am anderen Ende des Raumes, veränderte sich etwas.

 

Die Reinheit der Absichtslosigkeit veränderte etwas.

 

Ich erkannte, dass ich bisher - dass ich all die Jahre etwas wollte. WOLLTE. Wollen!!! Oh ja, ich wollte erwachen. Ich wollte Freiheit. Ich wollte den Sinn erkennen und erleben. Mein ganzes bisheriges Leben bestand aus dem Wollen, dem Leid zu entfliehen und der Freiheit in die Arme zu fallen.

 

Wollen war tun. Tun war Absicht in eine Zukunft. Absicht war Wille.

 

Ich wollte und daher tat ich etwas. Ich plante und führte aus. Ich meditierte UM ZU. Ich hatte ein Ziel in der Zukunft vor Augen, welches ich erreichen wollte. Ich hatte eine Ausgangspunkt (Jetzt) den ich vermeiden wollte.

 

Dieses Jetzt war Scheiße! Ich suchte ein befreites, glückseliges “Jetzt” - in der Zukunft.

 

Aber erst als etwas tief in mir erkannte, dass jedes “Jetzt”, dass genau diese und dieses und dieses “Jetzt” alles war was wir haben - dass nur - NUR dieses Jetzt existiert. Erst da verstand ich, das all mein Suche bislang eigentlich - eine Vermeidung des Findens war. Mein Suchen war der Grund dafür, dass ich nicht finden konnte.

 

Und damit endete meine spirituelle Suche. Ich war frei. Endlich frei.

 

Ich lachte. Lachte endlos. Es war so einfach. So unglaublich simpel. So offensichtlich. So… so… so ja - so einfach. Und trotzdem konnte ich es all die Jahre nicht sehen. Und deshalb konnte es auch sonst keiner Sehen.

 

Nur die Weisen in den alten Büchern erzählten davon. Die Mystiker aller Zeiten und Länder. Nicht aber die Religionen. Nicht die Pfaffen und Priester. Nein - die wusste nichts davon. Jetzt hatte ich das Geheimnis gelüftet. 

 

Es dauerte noch ein paar Wochen, bis sich dieses neue Sehen stabilisiert hatte.

 

Und weiter ein Jahr des Acht-Gebens, bis das SEHEN dauerhaft und selbstverständlich war. Heute sind es über 10 Jahre. Heute ist alles normal. Was damals noch Anpassung brauchte. Was noch eine Zeit der Orientierungslosigkeit bedeutete ist lange vorbei.

 

Es gab eine Art der spirituelle Depression nach dem Erwachen.

 

Meine menschliche Depression war zu diesem Zeitpunkt schon ganz ordentlich stabil. Aber der Verlust der Suche. Der Verlust meiner allumfassenden Lebensaufgabe den SINN zu suchen. Plötzlich fiel der Sinn meines täglichen Lebens weg. Ich hatte gefunden, wonach ich suchte und indem die Suche wegfiel - war da eine Lücke.

 

Ich wusst plötzlich nicht mehr, was ich als Mensch den ganzen Tag tun sollte…

 

Aber auch das integrierte sich mit der Zeit. So ist dieses Leben hier auf der Erde. In Zeit und Raum. Alles braucht Zeit.

 

Heute ist dieser Mensch 45 Jahre alt. Ich bin seit bald 20 Jahren verheiratet, habe ein Kind, ein Haus gebaut, eine anspruchsvolle soziale Arbeit und den Wunsch anderen Suchenden auf ihrem Weg zu helfen.

 

Ich lebe als Mensch und DAS zugleich. Es ist, als würde ich durch zwei Augen sehen. Ein Auge sieht nur GOTT. Das andere nur die Welt.

 

Für mich ist das ganz normal. Kein Widerspruch. Einfach nur Ausdruck der Realität. Was also ist passiert? Was habe ich gelernt? Bzw. "wer" hat hier "was" erkannt? Nun - mein wichtigster “Fehler” war, dass ich das “Jetzt” von Morgen gesucht habe.

 

In der Welt der Menschen. In der Welt von Zeit und Raum, gibt es nur Veränderung.

 

Jede Sekunde verändert sich alles - und irgendwie dachte ich, dass mein damaliges, leidendes Ich - sicher nicht die Antwort sein könne. Ich wartete auf die Zukunft. Ich wartete auf einen bestimmten Zustand in der Zukunft. Auf ein Erleben der Freiheit und Glückseligkeit.

 

Doch - wenn man darüber nachdenkt. Wie - könnte GOTT bzw. der letzte SINN oder die REALITÄT von morgen mehr oder besser oder vollständiger sein, als - jetzt?!

 

Wenn es außerhalb des Erkenntnishorizonts der Wissenschaft wirklich so etwas gibt, was man GOTT nennen müsste (völlig egal ob wir damit einen tieferen Sinn oder eine absolute Realität meinen), wie könnte dann etwas derart vollkommenes, absolutes - etwas was außerhalb von Zeit und Raum liegt - in diesem aktuellen, un-erwachten, unerleuchteten, leidvollen “Jetzt” - irgendwie unvollkommener oder minderwertiger sein als ein Jetzt von morgen.

 

Und das ist die Lösung! Dieses Jetzt. Dieses leidvolle Jetzt ist die Antwort. Nur wenn wir nicht auf ein Jetzt in der Zukunft warten haben wir überhaupt eine Chance.

 

Verstehst du? Wenn es diesen tieferen Sinn gibt, den du da fühlst, so muss er schon IMMER vollständig anwesend sein. Jenseits von Zeit und Raum. Du kannst ihn nie erkennen, weil du selbst dieser Sinn BIST.

 

Gott kann nicht erkannt werden.

 

Denn das würde bedeuten, dass es jemanden gibt, der von Gott getrennt ist - getrennt um zu erkennen. Das macht keinen Sinn. Das ist nicht logisch. Gott. GOTT ist ein einziges. Ein nicht-duales - "ICH BIN". Es wird nicht, es verändert sich nicht, es kann nicht erreicht werden.

 

Es ist JETZT und nur JETZT - und DU bist DAS.

 

Also… - was jetzt?! Ich hoffe, dass ich dich soweit davon überzeugen konnte, dass du eigentlich nicht auf ein Erwachen, bzw. eine Erleuchtung hin-arbeiten kannst. Und doch - für den Menschen passiert alles in der Zeit. Als Mensch gibt es nur Veränderung und Vergänglichkeit.

 

Was also bedeutet das für dich?!

 

Du bist gleichzeitig GOTT und Mensch. Du bist wie ein Schauspieler der vergessen hat, dass er nur eine Rolle spielt und deshalb glaubt, ein Bettler zu sein und sich deshalb auch so fühlt.

 

Wisse also, dass du unmöglich in einer Zukunft erleuchtet werden kannst. Betrachte einfach die vermeintliche Trennung und Spaltung zwischen deinem erlebten “Ich” in dir drin - und der ebenso erlebten “Welt” dort draußen.

DU bist EINES. Diese Trennung zwischen ich und Welt ist eine Illusion. Und das kannst du ganz einfach überprüfen.

 

Alles was du über die Essenz deiner selbst - als Mensch - weißt, ist dieses Ich-Erleben.

 

Dieser innerste Kern deiner Identität. Dieses Ich, welches aus deinen Augen schaut und diese Welt dort draußen betrachtet. Das, wie du glaubst du selbst zu sein. Das, worauf zu dich direkt beziehst, wenn du dich selbst als lebendig, bewusst und willensbegabt erlebst.

 

Alles andere kannst du in Frage stellen. Dein Körper ist etwas dort draußen. Auch ohne Haare, ohne Arme und Beine, Querschnittsgelähmt oder mit einem Locked-in-Syndrom - selbst ohne Gedanken oder Gefühle wärst du noch immer “Du selbst” als dieses erlebte “Ich-Ich-Ich”.

 

Aber wenn du lernst genau hinzuschauen, erkennst du, dass auch dieses innerste Ich-Gefühl, diese letzte erlebte Identität - etwas ist, dessen wiederum ETWAS gewahr und bewusst ist. Etwas ist sich dieses Ich-Gefühls bewusst. ETWAS erlebt dieses innerste Ich.

 

Du - dieses Ich - bist deiner Selbst - als ein "Ich" bewusst. Es ist, als würdest du dich in dir selbst spiegeln. Du weißt um deiner Selbst als dieses Ich. Selbst deines Bewusstseins bist DU bewusst. 

 

Du kannst nicht beide Ich's gleichzeitig sein. Du bist der Beobachter deiner Bewusstseinsinhalte. Du bist dieses tiefere Ich welches die Welt, den Körper, die Gedanken und eben auch dieses Ich-Gefühl und selbst die Bewusstheit erlebt.

 

Aber WER ist es dann - der deines Bewusstseins bewusst ist, wenn “du” es nicht sein kannst?

 

Die Nicht-Erleuchtung ist eine Illusion. Eine Gewohnheit. Wenn du nur lange genug aus der Illusion heraus diese vermeintliche Spaltung und Trennung zwischen Ich und Welt erforscht, wird alles von alleine klar und offensichtlich.

 

Das was DU schon immer warst, ist eben nicht dieser Mensch.

Dieser Mensch ist nur ein Aspekt dessen, was DU wirklich bist. DU bist ALLES. DU bist das SO-SEIN in dem - durch welches - als welches das Universum erscheint und vergeht. Und selbst wenn das Universum und die Zeit selbst vergeht, hast DU dich nie bewegt.

 

DU existiert jenseits von Zeit und Raum.

 

Wenn du als Mensch erwachst. Wenn du als Mensch erleuchtet bist - dann ist alles einfach. Das Leben ist dann wie ein einziger Traum. DU bist dieser TRAUM. Alles was geschieht bist DU.

 

Wenn du in der Nacht einen Traum hast und dir plötzlich dessen bewusst würdest, dass du gerade "nur" träumst. Wer ist das dieser Mensch, der in deinem Traum Erfahrungen macht, der im Traum mit anderen Menschen spricht. Der sich selbst als Traum-Ich in einem Traum-Körper erfährt und Traum-Erfahrung mit anderen Traum-Menschen und Traum-Gegenständen macht?

 

Hier ist es logisch, dass alles nur dein Traum ist. Dass all das - dieser Körper, dieses Ich-Gefühl die Welt - dass das alles als Traum ein EINZIGES ist welches irgendwie DU bist.

 

Weil es ein Traum ist - ist klar, dass die erlebte Trennung nicht real ist. Dass die Trennung zwischen Ich und Welt eine Illusion ist. Eine Täuschung.

 

Wer also ist dieses ICH welches sich im Traum mit diesem Traum-Körper und dieses Traum-Ich-Gefühl identifiziert?

 

Hier liegt die Lösung. Die erlebte Trennung ist nur eine Täuschung. Eine Illusion. Und wenn wir die Trennung erforschen - wird sie durchschaut und löst sich auf.

 

Der Mensch - im Traum oder im wachen Zustand - lebt sein Leben weiter - mit Atmen, Trinken, Sex, Glück und Tod. Und während du weiterhin Mensch bist, bist DU auch gleichzeitig DAS und damit völlig frei von jeder Begrenzung durch ein Mensch-Sein. Dieses Leben hat damit die Qualität eines Spiels. Einer Rolle in einem Schaustück.

 

Du spielst es - jetzt aber gerne. Aus Spaß und Freude. Wissend, dass es nur ein Abenteuer ist. Freude ist Freude im Bewusstsein, deines zeitlosen SELBST. Und auch Leid existiert wie vorgetäuschtes Leid nur im Bewusstsein, deines zeitlosen SELBST.

 

Jetzt bist du als Mensch vollkommen frei.

 

Frei als Mensch scheinbar gebunden zu sein. Weil du erkennst, dass DU eigentlich ein Schauspieler bist, bist du frei deine Rolle als begrenzter, leidender und sterblicher Mensch zu spielen.

 

Gehen wir also zurück an den Anfang als du noch nichts wusstest.

 

Jetzt noch glaubst du - vor allem Mensch zu sein, der Freiheit und Erleuchtung sucht. Dann aber weißt du, dass du schon immer nur DAS bist - und dass dieses zeitlich begrenzte Mensch-Sein nichts anderes ist, also ein Ausdruck deiner SELBST - genauso wie eine unglaublich winzige Welle die für ein paar Momente vom ewigen MEER ausgebildet wird.

 

Dein Menschsein bietet DEM mit deinem menschlichen und damit vergänglichen Bewusstsein, die Möglichkeit, dass das ABSOLUTE sich selbst reflektieren und damit erkennen kann. Dein Menschsein ist nichts als ein Spiegel welcher von DEM erzeugt wird um SICH SELBST ahnen zu können.

 

Was also ist dein Suchen, Sehnen und Leiden? Nichts als DEIN Versuch dich SELBST zu erkennen.

 

Und jetzt weißt du, dass es möglich ist. Aber nicht indem du Bücher oder Filme über Spiritualität liest und schaust, betest oder meditierst. Nein, du musst direkt hinschauen, direkt forschen. Du musst die vermeintliche Trennung und Spaltung zwischen deinem Ich und der Welt so tief durchdringen, bis offensichtlich wird, dass das alles nichts war als Täuschung - und das Leuchten DEINES wahres Wesen offensichtlich wird.

 

Aus der Perspektive der Menschen, gibt es dort draußen viele Erwachte und Erleuchtete, die intensive Bewusstseinszustände erleben. Wie die oben beschriebene durchgängige Einheit mit dem Universum oder evtl. können mache sogar die Vergangenheit oder Zukunft sehen.

 

Das ist MIR aber völlig egal. ICH bin auch jetzt vollkommen - so wie DU. DU und ICH und alles andere. WIR SIND. Nondual. Weder Eines noch Zwei. Zustände sind dadurch definiert, dass sie entstehen, sich verändern und vergehen. Wichtig ist, dass ICH jenseits der ZEIT existiere.

 

Meine wichtigste Botschaft an dich ist, dass menschliche Zustände kein Indikator für das sein können, was DU in Wahrheit BIST.

 

Suche also nicht im Morgen oder in der nächsten Sekunde. Bleib vielmehr genau hier wo du jetzt gerade bist. Mitten in diesem bedeutungslosen oder leidvollen Moment. Nur hier und hier und hier kannst du die Illusion durchschauen.

Du und ich, wir sind dasselbe. Du bist mein Herz und ich dein Leben. Ich bete, dass du bald aufwachst - auch wenn du nie geschlafen hast.

 

 

Aber am Ende ist meine Erfahrung, dass wir Menschen in dieser Täuschung ziemlich gefangen sind. Auch wenn du alle Information hast, ist es schwierig aufzuwachen, weil du alles was du erfährst durch die Brille der begrenzten menschlichen Täuschung interpretierst.

 

Das aber ist eben das göttliche Spiel. Der Witz dieser Täuschung. So offensichtlich - und doch kannst du es nicht sehen. Die göttliche Komödie!

 


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